Altenberg, Peter, Schriftsteller (1859-1919)


Eigenhändiges Manuskript in Altenbergs typischer Handschrift (ohne Unterschrift) auf Papier des Grabenhotels, 1 Seite, in-4, ohne Ort und Datum (wohl Wien um 1915). - Dialog, überschrieben "Die Vase": "Fräulein Paula, wie ist Das eigentlich, Ihr Freund sagt, er habe überlegt, welche seiner Lieblings-Thon-Vasen er sich eventuell entäußern könne, und Die habe er Ihnen geschenkt?! Ich dächte doch, gerade Die, an der er ganz besonders hängt, müsse er Ihnen schenken!?" - "Mein Herr, was sind Sie von Beruf?!" - "Ich?! Beamter!" - "Dann können Sie unbeschadet Ihres Berufes so etwas riskiren. Mein Freund ist 'Dichter', er hat für die Menschheit zu arbeiten, da könnte ihn der Verlust einer seiner Lieblings-Vasen darin empfindlich stören!" - "Sie verteidigen noch diesen krassen Egoismus?!" - "Ja, Den, der Tausenden zugute kommt!" - "Das hat er Ihnen eingeredet!?" - "Kann man Das Einer einreden außer einer ausgemachten Gans?!" - "Nein, nur Der!" Mit Unterstreichungen und Korrekturen. - Auf dünnem Papier mit Faltspuren. Tintenfleck beim Briefkopf, rechts unten rot numeriert.

Die sichtlich spontan entstandene und für Altenberg kennzeichnende Skizze ist vermutlich ungedruckt. Der Dichter, einer der wichtigsten Vertreter der sogenannten Kaffeehausliteratur der Wiener Moderne, lebte von 1913 bis zu seinem Tod im Graben-Hotel.

Bestellnummer 2105-3
€ 550,-

Bilder zum Vergrößern bitte anklicken.
Zum Katalog

Bestellungen:
wa@nebehay.com
Tel. +43 1 512 54 66

Versandkosten auf Anfrage.
Es gelten unsere AGB.