Gomperz, Theodor, Philosophiehistoriker und Altphilologe (1832-1912)


Eigenhändiger Brief mit Unterschrift, 1 Seite auf Doppelblatt, kl-8, Wien (gedr. Briefkopf), 18. 4. 1896. - "Hochgeehrtes Fräulein - Es wird mich herzlich freuen Sie als meine Zuhörerin zu begrüßen, auch für Prof. Rösler, die ich ja in dieser Eigenschaft schon kennen gelernt habe. Nur erlaube ich mir, Sie darauf aufmerksam zu machen, daß die Vorlesung über Sokrates Ihre Erwartung vielleicht enttäuschen wird. Es werden darin hauptsächlich kritische Fragen zur Sprache kommen: welches Vertrauen verdient Xenophon, welches Plato, wenn sie über Sokrates und seine Lehre berichten? Kritisch und polemisch wird der Inhalt dieser circa 10 Vorlesungen in überwiegendem Maße sein; was Sie am meisten oder allein interessiren dürfte, die Vorführung der Person und der Lehre des Sokrates selbst wird allerdings nicht fehlen, aber vielleicht keinen so breiten Raum einnehmen als Sie erwarten dürften. So viel zur Warnung; im Übrigen stehe ich ganz zu Ihrer Verfügung. Mit vorzüglicher Verehrung Ihr ganz erg[e]b[en]ster Th. Gomperz". - Geringfügige Wischspuren. Auf der dritten Seite des Doppelblattes wurde ein Teil des nicht ganz leicht lesbaren Briefes von anderer Hand nochmals in Kurrentschrift kopiert.

Der aus einer assimilierten jüdischen Familie stammende Gelehrte wurde 1873 Professor für klassische Philologie in Wien. Sein dreibändiges Hauptwerk "Griechische Denker" erschien 1896-1906.

Bestellnummer 2007-12
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