Alastair (d. i. Hans-Henning von Voigt), Künstler und Schriftsteller (1887-1969)


Eigh. Brief mit Unterschrift, 2 Seiten, kl-4, Freiburg (bei Frau Gerda Picht-Curtius), ohne Datum (wohl um 1935). - An den Tischler, Künstler und Pädagogen Hugo Kükelhaus (1900-1984). "Lieber Hugo Kükelhaus / Keine Nachricht von Ihnen und dies erstaunt mich. Es gibt immer die Möglichkeit ein kurzes Wort zu schreiben. Ihre Barke ist sicherlich nicht wogenbedrängter als die meine. Und ein Wort wäre fällig gewesen. / Da Sie mir nicht antworten kann ich Ihnen nicht so direkt und so spontan schreiben als ich es möchte u. als es gut gewesen wäre. Ausgesprochenes ist anders als Gedachtes. Und es haben Worte ihre Freunde und ihre Zeit. / Ich erfuhr dass Sie I. R. in München sahen. Frau B. war informiert über Ihr Kommen. Warum Sie mich bei den Heisenberg sehen zu können [glaubten] und ihn dann ohne Antwort liessen - verstehe ich auch nicht. ... Ich war in Zürich sehr in Anspruch genommen und musste einige andere Fahrten in die Schweiz machen - um Freunde zu sehen. Es war nicht so eilend - da ich über den Besuch meines Freundes Karl-Friedrich v. W[eizsäcker] orientiert war und in den nächsten Wochen vermutlich eine Zeit in Bern verbringen werde - sodass ein Zusammentreffen dann fruchtbarer ist. / Seinerzeit schickte ich Ihnen zur Lektüre eine Übertragung des Iohanna Prozesses / Würden Sie die Freundlichkeit haben und mir das Manuscript zurücksenden - sobald als möglich - ich benötige es für einen Freund der in den nächsten Tagen abreist. / Seit Berlin hat sich die Schwierigkeit meiner materiellen Lage zugespitzt. Ich bat Sie damals um einen Rat. Sie stellten mir Vorschläge in Aussicht in wenigen Wochen - Vorschläge aller Art. Es war dies wohl nur das Wort einer flüchtigen Stunde - doch hätte ich gerne Ihre Bestätigung - da ich Wege vorbereiten muss - vieles mich wiederum ins Ausland verweist. Mit allen Kräften aber möchte ich versuchen u. versucht haben diesem geliebten Lande dienstbar zu sein. Und zwar auf eine einwandfreie Weise - die mich zu keinerlei von Innen heraus unmöglichen Kompromissen zwingt. - Es war sicherlich ein Fehler dass Sie mich nicht über manches informierten. Da Sie nicht zu mir redeten kann ich auch nicht zu Ihnen reden - Herzlich u. mit guten Wünschen der Ihr lieber Herr Kükelhaus / Alastair_". - Mit gedrucktem Briefkopf "A". Kleine Randläsuren.

Biographisch aufschlussreicher Brief des vielseitigen Exzentrikers mit Erwähnung bedeutender Persönlichkeiten. Alastairs Herkunft ist von Gerüchten umrankt; möglicherweise war er ein illegitimer Sohne des englischen Königs Edward VII. Er hatte zunächst als Tänzer, Pianist und Illustrator in der Nachfolge Beardsleys Erfolg, pflegte einen rastlosen Lebensstil mit häufigen Ortswechseln und unbeständigen Freundschaften zu Männern und Frauen, zeichnete, schrieb und übersetzte. - Der Briefempfänger Hugo Kükelhaus wurde vor allem durch das von ihm entwickelte Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne bekannt und gilt er als Wegbereiter für Kleinstkindspielzeug.

1902-1
€ 300,-

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